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Der Deutsche Fernsehfunk

Eine der wichtigsten Waffen im Propagandakampf der Systeme von Ost und West war ohne Zweifel das Fernsehen.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte es in Deutschland erste öffentliche Fernsehübertragungen gegeben. Da fast niemand ein eigenes Fernsehgerät besaß, erfolgte der Empfang in öffentlichen Räumen, oft in Postämtern, im Krieg aber auch in Lazaretten. Die Wehrmacht nutzte im besetzten Frankreich sogar den Eiffelturm um in Paris ein entsprechendes System aufzubauen.  Mit dem Kriegsende war das Fernsehen zunächst Geschichte, die meisten Geräte und die Sendeanlagen waren zerstört.

In den 50er Jahren begann man in West und Ost wieder Fernsehnetze aufzubauen. Am 20. Dezember 1951 begannen in Ostdeutschland die ersten Sende- und Empfangsversuche – jedoch nur als technische Versuche, weil die ersten öffentlichen Fernsehgeräte erst ab dem 29. Juli 1952 aufgestellt wurden.

Für Privathaushalte war der Rundfunkempfänger Typ Leningrad entwickelt worden und im Sachsenwerk Radeberg begann die Produktion. Die Empfänger wurden ab dem 16. November 1952 verkauft. Knapp 134.000 Geräte wurden bis zur Einstellung der Fertigung 1954 hergestellt. Doch gingen 130.600 davon als Teil der Reparationsleistungen an die Sowjetunion. Ohnehin konnten nur wenige DDR Bürger den Preis von 3.500 DDR Mark aufbringen. Schließlich lag das durchschnittliche Monatseinkommen bei 300 Mark.

Am 21. Dezember 1952, dem 74. Geburtstag von Josef Stalin, begann man mit einem öffentlichen Versuchsprogramm. Ganze zwei Stunden tägliche Sendezeit ab 20.00 Uhr wurden von rund 60 Geräten in Berlin empfangen.

Die Sendung begann mit dem Brandenburger Tor als Logo. Nach der Begrüßung durch die Ansagerin Margit Schaumäker gab es Grußworte des Intendanten und dann als erste Sendung  die Aktuelle Kamera. Anders als später war sie noch kein Instrument der SED. Als Nachrichtensendung war sie zunächst alles andere als „Aktuell“ doch waren die Zuschauer ohnehin an den Rhythmus der Wochenschauen im Kino gewöhnt.

Überraschenderweise waren die Nachrichtensendungen zunächst durchaus objektiv. Doch das änderte sich nach der Berichterstattung zum 17. Juni 1953. Der Intendant Zilles wurde entlassen und bis zur Wende war sein Nachfolger Heinz Adamek ein linientreues Instrument der SED.

Weitere Sendeanlagen führten zu einem Netz das die ganze DDR und auch große Teile Westdeutschlands abdeckte.

1955 gab es einen ersten Übertragungswagen dessen Technik bei heutigen Journalisten nur Kopfschütteln auslösen würde.

Am 2. Januar 1956 endete das Versuchsprogramm des Fernsehzentrums Berlin und am 3. Januar begann der Deutsche Fernsehfunk (DFF) sein Programm. Es war durchaus gewollt, dass der Sender nicht Fernsehen der DDR genannt wurde. Der DFF sollte Fernsehen für ganz Deutschland anbieten. Deshalb wurden damals auch Themen behandelt die Westbürger interessieren konnten. Doch war es dem „Ostfernsehen“ technisch nie möglich die ganze Bundesrepublik zu versorgen. Dagegen waren die Sendungen von ARD und ZDF, mit Ausnahme des Elbtalkessels und des Nordostens in der ganzen DDR zu empfangen.

Das Elbtal erhielt daher schnell den Spitznamen „Tal der Ahnungslosen“. Viele DDR Bürger bauten sich hohe Antennen um den Empfang zu ermöglichen. Natürlich waren sie damit sofort im Blick der Stasi.   

Die Kosten der Fernsehgeräte sanken schnell und so waren Ende 1958 schon über 300.000 Geräte in der DDR angemeldet. In diesem Jahr wurde das Programm zeitlich ausgebaut. Zusätzlich wurde eine Wiederholung am nächsten Vormittag eingeführt.

Der 8.Oktober 1958 sah die erste Sendung des größten Erfolgs des DDR Fernsehens. „Unser Sandmännchen“, auch „Abendgruß vom Fernsehfunk“ genannt, wurde auch in Westberlin von den meisten Kindern gesehen. Dabei war er eigentlich ein Plagiat. Der Fernsehchef Walter Heynowski hatte Wind davon bekommen, dass die Kollegen vom Westberliner SFB am 1. Dezember 1959  ein Sandmännchen starten wollten. Also befahl er: „Die gegnerische Absicht, uns Zuschauer abzunehmen, darf nicht unterschätzt werden“.

In nur einer Woche schaffte das DDR-Fernsehen einen eigenen Sandmann. So wie der erste Mensch im All aus einem sozialistischen Staat kommen musste, so war es auch beim Sandmännchen. Der Westberliner SFB startete dann am 1. Dezember 1959 sein eigenes Format: „Sandmännchens Gruß für Kinder“.

Das DDR Sandmännchen wurde ein Exportschlager und überlebte die Wende. Auch Erwachsene lieben bis heute die Geschichten und die enorme Vielfalt seiner Fahrzeuge. Aber einmal leistete sich der Sandmann einen gewaltigen Propagandafehler, als er im Korb eines Ballons reiste. Das war nur zwei Tage nachdem einer Familie aus Thüringen die spektakuläre Flucht mit einem Heißluftballon nach Bayern geglückt war.

Pittiplatsch und Schnatterinchen, Herr Fuchs und Frau Elster und andere Figuren waren bei Westberliner Kindern so bekannt wie bei denen in Ostberlin.

Heute ist der Begriff Fernsehfunk im Sandmann-Lied nicht mehr zu hören, die betreffende zweite Strophe ist weggefallen.

1991 aufkommende Gerüchte, der Sandmann würde abgeschafft, lösten einen empörten Aufschrei aus. Über alle Parteigrenzen hinweg!  Der CSU-Medien-Experte Markus Söder erklärte man würde: „Eine der besten Kindersendungen innerhalb ARD sogar notfalls im Bayrischen Rundfunk ausstrahlen lassen.“ Er fügte hinzu: „Manchmal müssen eben die Bayern die letzten Preußen sein!“ Mit der Fusion des ORB und SFB zum RBB wurde das Sandmännchen eine Koproduktion von RBB, MDR und NDR, wobei die Federführung vom RBB übernommen wurde.

2019 ist der Sandmann noch immer gut für eine Welle in der Medienwelt. Ein RBB Bericht, dass der Sandmann seinen Bart verlieren würde, wurde von fast allen anderen Sendern übernommen. Es folgte ein Shitstorm und die RBB Telefone standen nicht still. Die empörten Zuschauer hatten das Datum übersehen, es war der 1. April.

Auch andere Formate waren im Westen so beliebt wie im Osten, so z.B. Willi Schwabes Rumpelkammer. In ihr kombinierte der Moderator alte Filmausschnitte mit Anekdoten. Viele der Filme waren aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg oder sogar dem Dritten Reich. Dabei half, dass in den großen Spielfilmen der NS Zeit so gut wie nie NS Symbole zu sehen waren. Ganz anders als in der DDR Filmproduktion waren auch kaum zeitgenössische Uniformen zu sehen. Mit 35 Jahren und über 400 Ausstrahlungen war es eines der langlebigsten Unterhaltungsformate der deutschen Fernsehgeschichte. Der Tod Schwabes beendete sie noch nicht, Friedrich Schoenfelder übernahm sie bis 1990. Die Sendung erreichte immer noch die alte Popularität, wurde aber nun von den neuen Intendanten aufgrund der veränderten TV-Landschaft als nicht mehr modern genug betrachtet und einfach abgesetzt.

Die sehr beliebte  DDR Krimiserie Polizeiruf 110 überlebte die Wende.1971 entstand sie als Gegenstück zum Westdeutschen Tatort. Das grundlegende Problem war die ideologische Festlegung, dass der sozialistische Mensch nicht kriminell sein könne. Doch die Westkrimis waren einfach zu beliebt. So musste man einfach ein DDR Gegenstück schaffen. Die Handlungsorte waren über die ganze DDR von der Ostsee bis zum Erzgebirge verteilt. Sie wurden nie namentlich erwähnt, konnten aber mitunter aus den Umständen erschlossen werden.

Anders als bei Tatort, Der Alte, Derrick und anderen Westserien wurden auch Themen wie Alkoholismus, Kindesmissbrauch, Einbruch, Erpressung, Betrug, Diebstahl, Jugendkriminalität und Vergewaltigung behandelt. So war der Polizeiruf eine der wenigen DDR Fernsehsendungen die Missstände behandelte, der erhobene Zeigefinger war aber immer da.

Besonders ein weit verbreitetes DDR Problem tauchte immer wieder auf, der Alkoholismus. Alkohol wurde als Mitursache für die kriminelle Entwicklung dargestellt, wobei er aber nie als Entschuldigung diente.

1988 wurde ein Tabu gebrochen. In der Folge „Kreuzworträtselfall“ wurde der sexuelle Missbrauch und Mord am siebenjährigen Lars Bense 1981 in Halle-Neustadt sehr genau nachgezeichnet.

In der Wendezeit wurden die Veränderungen eingebaut. SED Propagandaplakate hängen demonstrativ schief, ein Kommissar sagt sogar, dass er sich vorstellen kann, dass ein Mensch einen Job nicht wegen seiner Gesinnung, sondern wegen seiner Fähigkeiten bekommt. Eine Aussage die unter Honnecker unmöglich gewesen wäre.

In den heutigen Polizeiruffolgen ist Mord das übliche Verbrechen. Ein trauriger Nebeneffekt ist, dass ehemalige DDR Bürger glauben es gäbe heute mehr Tötungsdelikte. Deutschlandweit sind es heute weniger als zwei am Tag. Die SED sorgte für eine geschönte Statistik. Morde wurde in ihr gar nicht gesondert ausgewiesen.

Der 20. Jahrestag der DDR wurde als Startpunkt des Farbfernsehens festgelegt. Das 2. Programm des Deutschen Fernsehfunks startete am 3. Oktober 1969 in Farbe. Anders als beim Start des ersten Programms war nun mit Walter Ulbricht ein Politiker der das  Programm mit den Worten „Das zweite Fernsehprogramm ist eröffnet“ startete. Das erste Programm blieb noch jahrelang schwarz-weiß.

Der technische Unterschied zwischen dem westdeutschen PAL und dem DDR Secam machte zunächst den Farbempfang im Westen unmöglich. Erst in den 70er Jahren wurden Geräte hergestellt die beides empfangen konnten. 1978 wurde auch in der DDR mit dem Chromat 1060 ein entsprechendes Gerät hergestellt. Vorher hatten findige Bastler Decoder eingebaut. Dabei half es ihnen, dass in der DDR viele Fernseher für den Westmarkt hergestellt wurden. So manches Bauteil verschwand aus den Lagern.

Von durchschnittlich 15 Sendestunden pro Woche am Beginn des DFF war man 1975 bei 132 angekommen. Die Ausstrahlungszeit stieg bis 1988 auf 177 Stunden an.

Das Fernsehen der DDR

Das Jahr 1972 brachte einen Wandel im Selbstbild, der DFF wurde in Fernsehen der DDR umbenannt. Allerdings blieb die alte Bezeichnung beim Sandmännchen erhalten.

Inhaltlich war der Wandel schon viel früher vollzogen worden. Die Aktuelle Kamera war zum getreuen Organ der Staatsmacht verkommen. Der Sendungsaufbau war eindeutig. Zunächst wurde über die SED berichtet, dann folgten Meldungen aus der DDR. Es folgten Auslandsmeldungen aus sozialistischen Ländern und erst ganz zum Schluss solche aus dem „kapitalistischen Ausland“.

Viel durchsichtiger war die Intention der Propagandasendung „Der Schwarze Kanal“  die schon 1960 als Antwort auf die seit 1958 laufende Westsendung „Die Rote Optik“ startete.

Der Vorspann zeigte einen Bundesadler der auf einem Antennenwald herumhüpft und dann kopfüber abstürzt. Ein Schwarz-weiß-rotes Brustband sollte eine Verbindung zu Nationalkonservativen Kreisen herstellen.

Die Sendung starte nach den populären Spielfilmen, so hoffte man in West und Ost viele Zuschauer zu erreichen. Doch das war ein Irrglaube, der private Fernsehapparat wurde meist umgeschaltet.

In der DDR war der Spitzname des Moderators,  Karl-Eduard von Schnitzler, bei den meisten nur Karl-Eduard von Schni. Damit wurde angedeutet, dass man sofort umschaltete wenn der Name genannt wurde. Manche nannten die Sendung einfach „Knacks“, das lautmalerische Geräusch der Betätigung der damaligen Drehschalter. Im Westen war der Moderator als „Sudel Ede“ bekannt. Wolf Biermann übernahm den Namen in einer Ballade. Ede würde noch im Grab die Würmer belügen. Von Anfang 25 % Zuschauern sank die Zahl der Seher bald auf unter 10%. Da der Schwarze Kanal bei der NVA und anderen linientreuen Organisationen Pflichtprogramm war relativiert sich diese Zahl weiter. Im West wurde er fast nur von ultralinken gesehen. Doch selbst bei ihnen kam die oft plumpe Rhetorik nicht gut an. Ein Westberliner Freund (CDU Richtung) sagte: „Ich gucke alle paar Monate ein paar Minuten Der Schwarze Kanal. Dann ist mein Feindbild wieder voll da.“

Boshaftes Gelächter verbreitete sich als Schnitzlers vierte Ehefrau Márta Rafael 1983 in einem bekannten Westberliner Kaufhaus vom Kaufhausdetektiv beim Diebstahl von zwei Packungen Damenstrümpfen erwischt wurde. In den West-Medien wurde über den Diebstahl natürlich  immer wieder berichtet. Schnitzler hatte den Mauerbau immer bejubelt, war aber einer der wenigen DDR Bürger die jederzeit in den Westen durften. Jede Woche ging die Familie in Westberlin einkaufen.

Das Format überlebte bis zur Wende.

Daneben produzierte Schnitzler auch Dokumentarfilme. Die in der DDR geheim gehaltene Zuschauerquote zu den Dokumentarfilmen Schnitzlers betrug nur sieben Prozent, die Verwendung von manipuliertem Filmmaterial war einfach zu offensichtlich.

Doch es gab auch erfolgreiche neue Serien. „Zur See“ schilderte ab 1974 in neun Folgen die Abenteuer der Crew des Motorschiffs Fichte auf See und beim Landgang. Viele prominente Schauspieler der DDR waren für die Hauptrollen verpflichtet worden. Vier Jahre nach der Erstausstrahlung in der DDR wurde die Serie auch im Westfernsehen gezeigt. Das Schiff war ein veralteter Frachter, von der Filmcrew wurde das Schiff auf Grund seines Alters und Zustandes auch scherzhaft die: „ Johann Schrottlieb Fichte“ genannt, drei Jahre nach Serienende wurde es zum Schrottpreis verkauft.

1985 folgte mit „Treffpunkt Flughafen“ eine ähnliche Serie über die Erlebnisse einer Interflug Besatzung. Beide Serien stellten einen Spagat dar. Traumschiff, Love Boat und ähnliche Westserien hatten den DDR Bürgern die weite Welt gezeigt. Man wollte die Serien der „Klassenfeinde“ durch gute sozialistische Unterhaltung ersetzen. Nur, auch hier sahen die Bürger die bunte Welt hinter der Mauer. Auch wenn die Auslandsszenen meist in sozialistischen Bruderstaaten spielten wurden die Sehnsüchte damit nur verstärkt, nicht befriedigt. Mit der Arkona hatte die DDR ab 1985 ein modernes Kreuzfahrtschiff, doch es wurde oft an westliche Reiseveranstalter zur Erwirtschaftung dringend benötigter Devisen verchartert. So gab es keine DDR Traumschiffserie.

1989 versuchte die SED verstärkt die jungen Zuschauer an die DDR-Programme binden. Die Jugendsendung Elf 99 (in Anlehnung an die Postleitzahl des Senders)

Der Maulkorb wurde etwas gelockert. Ab Ende Oktober 1989 wurde auch über Massenflucht und Proteste berichtet, Themen die vorher absolut tabu waren. Unmittelbar nach Honeckers Rücktritt reformierten Rundfunk und Fernsehen der DDR ihre Programme. Doch schon vorher waren die Zuschauerzahlen der Nachrichtensendungen in ungeahnte Höhen geschossen. Man fing in der DDR an den Berichten zu vertrauen.

Am 30. Oktober 1989 wurde die Propagandasendung Die neue Sendung „Klartext“ ersetzte den Schwarzen Kanal.

Doch noch immer wurden die platten Parolen der SED als ewige Wahrheiten präsentiert. Die Chefredaktion musste machen, was die SED wollte.  Es war Erich Honecker persönlich, der Sätze vorformuliert wie jenen berühmt gewordenen aus dem Herbst 1989: „Die DDR weint den Republikflüchtigen keine Träne nach.“

Die neue Offenheit lies die Einschaltquoten der „Aktuellen Kamera“ auf über 40 Prozent steigen. Doch  Honecker-Nachfolger Egon Krenz beklagte sich am 9. November über das große Medieninteresse an den Demonstrationen im ganzen Land. „Ich habe gestern das Vertrauen des Zentralkomitees bekommen in der Annahme, dass wir gemeinsam eine Politik der Erneuerung durchsetzen wollen, aber nicht die Politik der Zulassung der Opposition in Presse, Rundfunk und Fernsehen.“ Eine ewig gestrige Haltung, schon am Abend traf der nächste Schlag: Günther Schabowski verkündete die „neue Reiseregelung“ und öffnete damit unbeabsichtigt die Mauer. Die Meldung in der „Aktuellen Kamera“ verlas Angelika Unterlauf.

Die gutaussehende Journalistin las die DDR Nachrichten mit immer gleich ausdrucksloser Stimme. Genauso wollte es die DDR Führung. 1980 hätte ein Versprecher ihre Karriere fast beendet, statt: „600 Bücher sind auf dem Weg nach Wien“ las sie: „600 Bürger sind auf dem Weg nach Wien“. Der Chef vom Dienst habe sie danach angeschrien und gesagt: „Du wirst hier keine Nachrichten mehr lesen, dafür werde ich sorgen“, erzählte Unterlauf später dem „Stern“. Aber sie hatte Glück. Erst im Juli 1990 verlor sie ihren Job und wechselt als Redakteurin zu Sat1 hinter die Kulissen. Die letzte Aktuelle Kamera wurde am  14. Dezember 1990 ausgestrahlt.

Die neue Nachrichtensendung AK Zwo der Aktuellen Kamera wurde am 9. November aus aktuellem Anlass von 3Sat im Westen übernommen.

Die Kooperation ging weiter, doch zunächst wurde sie weiter von der Stasi überwacht. Die Gesprächssendung „Donnerstagsgespräch“ mit Zuschauerbeteiligung per Telefon brachte die Anrufer auf die Überwachungslisten der Staatssicherheit. Auch im Studio saßen Mitarbeiter des MfS.

Am 12. März 1990 wurde aus den Programmen DDR-F1 und DDR-F2 wieder DFF 1 und DFF 2. Das DDR Mediengesetz vom September 1990 änderte den Status des DFF zu einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.

Mitte 1990 begann man mehr auf die Regionen einzugehen. Spezielle Sendungen wurden verstärkt produziert. Am 13. August 1990 begann der DFF mit der regionalen Ausstrahlung täglicher Landesprogramme.

Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 verlor der DFF seine öffentlich-rechtliche Eigenständigkeit. Der Artikel 36 des Einigungsvertrages legte fest, dass der DFF mit sämtlichem Programmmaterial, Liegenschaften, Mitarbeitern und sonstigem Eigentum bis spätestens 31. Dezember 1991 aufgelöst sei. De endgültige Abschaltung des DFF geschah am 31. Dezember 1991 um Mitternacht.