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	<title>Manuel Gerlach, Author at Wall Museum</title>
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		<title>Die S-Bahn Linie S 3 – Wie für Touristen gemacht.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuel Gerlach]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2020 16:09:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenige Millionenstädte haben ein so gut ausgebautes Nahverkehrsnetz wie Berlin. Nahezu jedes touristische Ziel ist mit Bahn oder Bus schnell zu erreichen. Natürlich sollte man als Besucher die Stoßzeiten vermeiden. Die S-Bahnlinie 3 führt von Spandau im Westen bis nach Erkner im Osten. Sie fährt an den wichtigsten touristischen Highlights der Stadt vorbei, da sie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" fetchpriority="high" class="size-full wp-image-687 aligncenter" src="https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/02/berlin-bahn.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/02/berlin-bahn.jpg 1000w, https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/02/berlin-bahn-300x200.jpg 300w, https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/02/berlin-bahn-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p>Wenige Millionenstädte haben ein so gut ausgebautes Nahverkehrsnetz wie Berlin. Nahezu jedes touristische Ziel ist mit Bahn oder Bus schnell zu erreichen. Natürlich sollte man als Besucher die Stoßzeiten vermeiden.</p>
<p>Die S-Bahnlinie 3 führt von Spandau im Westen bis nach Erkner im Osten. Sie fährt an den wichtigsten touristischen Highlights der Stadt vorbei, da sie im City Bereich als Hochbahn angelegt ist bietet sie einen großartigen Ausblick auf die Stadt. Die Berlin WelcomeCard, die neben freier Benutzung der öffentlichen Nahverkehrsmittel auch Rabatte in vielen Museen und Sehenswürdigkeiten bietet, ist für touristische Nutzer der S 7 nahezu ein Muss.</p>
<p>Der für Touristen interessante Teil der Linie beginnt im Osten an der Station Warschauer Straße. Sie liegt nur wenige Minuten von der Oberbaumbrücke entfernt. Von der Brücke aus hat man einen wunderbaren Blick Richtung Osten, vorbei am ehemaligen Osthafen, bis nach Treptow-Köpenick.</p>
<p>An der Oberbaumbrücke beginnt die weltberühmte East Side Gallery, ein Teil der Berliner Mauer der nach dem Mauerfall von internationalen Künstlern bemalt wurde. An der Ecke zur Oberbaumbrücke steht der Mühlenspeicher in dem sich das The Wall Museum befindet. Eine multimediale Ausstellung zeigt dort die Geschichte Berlins zwischen 1945 und 1990. Natürlich wird die Berlin WelcomeCard im Museum akzeptiert. Die East Side Gallery zieht sich bis zum Ostbahnhof, der nächsten Station der S 3, hin und man hat die Wahl an der Mühlenstraße entlang zu laufen und die Kunstwerke zu betrachten oder am Spreeufer entlang zu gehen. Sonntags gibt es auf der Nordseite des Ostbahnhofs einen Flohmarkt. (Wegen Bauarbeiten ist er 2020 nur klein).</p>
<p>De nächste Station heißt Jannowitzbrücke, hier gibt es einen Hafen für Ausflugsschiffe und auf der anderen Spreeseite liegt das Märkische Museum.<br />
Bleibt man in der S3 folgt die Station Alexanderplatz. Der Fernsehturm ist sein, nicht zu übersehendes, Wahrzeichen. Durch Sonneneinstrahlung entsteht auf der Kugel ein Kreuz, die DDR Oberen versuchten alles Mögliche um das zu verhindern. Doch das „christliche Symbol“ blieb über der Stadt sichtbar.</p>
<p>Die DDR hatte dem Areal einen „sozialistischen“ Anstrich verliehen, aus dieser Zeit blieb die Weltzeituhr von 1969. Sie ist bis heute ein beliebter Treffpunkt für Berliner und Gäste.</p>
<p>Die S3 fährt weiter zur Station Hackescher Markt. Sie ist die Station für die Museumsinsel. Neben dem Pergamonmuseum ist auch das Deutsche Historische Museum in der Nähe der Station. Das letztere steht am Beginn der Straße Unter den Linden. Ein Bummel bis zum Brandenburger Tor ist eine der Optionen. Man kann aber auch vom Hackeschen Markt der Bahnstrecke folgen. Die Bögen beherbergen zahlreiche Restaurants und Geschäfte. Der nächste Bahnhof ist Friedrichstraße. Der Bahnhof war zu DDR Zeiten der wichtigste Eingang für Westberliner nach Ostberlin. Die U-Bahnlinie U6 hielt damals in Ostberlin nur hier. Das Kontrollpunktgebäude wurde unter dem Namen Tränenpalast bekannt. Es beherbergt heute eine kleine Ausstellung.</p>
<p>Die S3 fährt weiter zum Hauptbahnhof, dem wichtigsten Berliner Fernbahnhof. Die S-Bahnfahrt bietet einen ausgezeichneten Blick auf den am anderen Ufer liegenden Reichstag und das Regierungsviertel. Es geht weiter zur Station Bellevue, am gleichnamigen Schlosspark. Das Schloss Bellevue ist seit 1994 Amtssitz des Bundespräsidenten. Die Standarte mit dem Bundesadler weht auch auf dem Dach wenn der Bundespräsident nicht dort ist. Nur bei Auslandsaufenthalten oder wenn er in der Bonner Villa Hammerschmidt ist, wird sie eingeholt.</p>
<p>Der S-Bahnhof Tiergarten liegt an der Straße des 17. Juni. Östlich steht auf dem Großen Stern die Siegessäule. Sie wurde 1873 fertiggestellt und erinnert an die Kriege 1864, 1866 und 1871. Sie stand früher vor dem Reichstag und wurde 1939 im Rahmen der gigantomanischen NS Stadtplanungen umgesetzt.<br />
Samstags und sonntags findet direkt gegenüber dem S-Bahnhof ein großer Flohmarkt statt.</p>
<p>Die nächste Station ist Bahnhof Zoo. Man kann aber auch hier der Bahntrasse durch den Tiergarten zu Fuß folgen und dabei nebenbei das an einem Parkweg liegende Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin besichtigen. Der Weg führt an der Unterschleuse, auch Tiergartenschleuse genannt, über eine Brücke über den Landwehrkanal. Der Berliner Zoo liegt auf der linken Seite, am Hardenbergplatz befindet sich sein Haupteingang. Dort befindet sich auch der Bahnhof Zoo. Bleibt man im Zug hat man im Vorbeifahren einen schönen Blick über den Zoologischen Garten. Mit über 1300 Tierarten gilt er als artenreichster Zoo der Welt. Mit dem angeschlossenen Aquarium gehört der Zoo Berlin zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Berlins, über 3 Millionen Menschen besuchen ihn jedes Jahr. Die Sensation 2020 sind die beiden Pandas Meng Yuan und Meng Xiang. Die Babys ließen die Besucherzahlen noch mehr in die Höhe schießen. Andere Publikumsmagneten sind die Eisbären, auch nach dem tragischen Tod des Medienphänomens Knut 2011 haben die Berliner Eisbären Fans in aller Welt.</p>
<p>Der Bahnhof Zoo ist für viele das Tor zur City West. Er liegt nahe beim Breitenbachplatz auf dem die Turmruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche als Mahnmal gegen den Krieg steht. Die daneben liegende neue Kirche des Architekten Egon Eiermann wird durch 20.000 Glassteine innen in ein besonderes blaues Licht getaucht und deshalb von bis zu 10.000 Touristen pro Tag besucht. In der Weihnachtszeit wird dort ein großer Weihnachtsmarkt errichtet, im Jahr 2016 kam es dort zu einem Anschlag bei dem 12 Menschen getötet und über 50 verletzt wurden. Ein Mahnmal und starke Sicherheitsmaßnahmen erinnern daran.</p>
<p>Der Kurfürstendamm, Ku’damm für die Berliner, ist das Herz der West City. Er geht nach Osten hin in die Tauentzienstraße über. Das KaDeWe am Wittenbergplatz ist ein Magnet für Touristen und Berliner. Es ist unbestreitbar das bekannteste Kaufhaus Deutschlands, die große Lebensmittlabteilung hat einen legendären Ruf. Sie ist die zweitgrößte Lebensmittelabteilung eines Warenhauses weltweit.</p>
<p>Hunderte Geschäfte liegen an Tauentzienstraße, Kurfürstendamm und in den Seitenstraßen. Der Wandel nach dem Mauerfall 1989 machte am Ku’damm nicht Halt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts entwickelt sich der Boulevard, nach der Schließung von Kinos und alteingesessenen Cafés, von der Ausgeh- und Amüsiermeile immer mehr zu einer Einkaufsstraße. Manches verschwand, anderes wurde stark verändert. An der Ecke Joachimsthaler Straße war das Café Kranzler, eine Berliner Institution. Udo Lindenberg sang: „In 15 Minuten sind die Russen auf dem Kurfürstendamm. Sie lassen ihre Panzer im Parkhaus stehn und wollen im Café Kranzler die Sahnetörtchen sehn.“ Die berühmte Rotunde ist noch da, der Rest aber völlig verändert. Das Café Kranzler wird nun als Filiale der Berliner Kaffeerösterei The Barn betrieben, wegen der Aussicht ist es ein Touristenmagnet und ein Wahrzeichen der Stadt.</p>
<p>Am 1. April sollte man bei Verabredungen am Ku`damm vorsichtig sein, die Hausnummern 1 – 10 fehlen nämlich, ebenso die Hausnummern 77–89 und 221–223.<br />
Die nächste S3 Station liegt am Savignyplatz. Rund um den Platz und die angrenzenden Straßen gibt es eine Vielzahl von Restaurants, Bars, Cafés, Jazzclubs, Kinos, Antiquitäten- und Buchläden.</p>
<p>Weiter geht es Richtung Westen zur Station Charlottenburg. Die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße liegt dort. Sie war die erste in einer Berliner Straße eingerichtete kraftfahrzeugfreie Zone, die Kaufhäuser und Geschäfte dienen eher dem Alltagsbedarf der Berliner, nicht wie die Luxusgeschäfte am Ku´damm dem gehobenen Bedarf. Das Fisch-Delikatessengeschäft Rogacki zieht viele Berliner Feinschmecker an.</p>
<p>Die nächste Station, Westkreuz, ist der westliche Knotenpunkt zur Ringbahn. Sie liegt an der Nordostecke des Messegeländes, der Bahnhof dient aber hauptsächlich zum Umsteigen, das Messegelände ist über die nächste Station Messe Süd, früher Eichkamp, besser zu erreichen.<br />
Zum Messegelände gehört auch der Funkturm, der ältere Bruder des Fernsehturms.</p>
<p>Die Stationen Heerstraße und Olympiastadion sind kaum touristische Magnete. Südlich der Heerstraße liegt der Teufelsberg, nach 1945 aus Trümmern aufgeschüttet diente er den US Geheimdiensten als Basis für Radar und Funküberwachung der DDR Gebiete um Westberlin. Heute hat man dort eine großartige Aussicht über Berlin, der Berg ist die zweithöchste Erhebung der Stadt. Das Olympiastadion ist die bekannteste Sportstätte Berlins. Es wird immer mit den olympischen Spielen der Nazis 1936 verbunden sein.</p>
<p>Der S-Bahnhof Pichelsberg liegt am südwestlichen Ende des Olympiageländes. Die Waldbühne, das Reiterstadion, das Naturschutzgebiet Murellenschlucht und der 62 m hohe Murellenberg liegen in der Nähe.</p>
<p>Der S-Bahnhof Stresow liegt bereits in Spandau. Über die Stresowstraße kann man zur Altstadt Spandau laufen, der interessantere Weg führt aber vom Bahnhof Spandau, am Rathaus vorbei, nach Norden. Spandau gilt als älter als Berlin, noch heute sehen sich die Bewohner Spandaus als etwas Besonderes.</p>
<p>Von Stresow führt die S3 über die Havel zum Bahnhof Spandau, dem Endbahnhof der S3. Spandaus Altstadt ist die größte Fußgängerzone Berlins mit vielen Einkaufsmöglichkeiten. Die St. Nikolaikirche ist das historische Zentrum, in der Nordfassade ist eine Kanonenkugel eigemauert, die lokale Legende verbindet sie mit der Belagerung der Zitadelle Spandau 1813, sie wurde aber erst Jahrzehnte später dort befestigt.</p>
<p>Die Zitadelle schließt sich im Nordosten an die Altstadt an. 1559–1594 als Festungsbauwerk angelegt ist sie weitgehend erhalten geblieben. Im ehemaligen Zeughaus befindet sich seit 1992 das Stadtgeschichtliche Museum Spandau. Nicht alle Besucher kommen wegen der Festungsanlagen.</p>
<p>In der Zitadelle finden regelmäßig Konzerte und Festivals statt, das jährliche Mittelalterfest ist ein Highlight.40 Ateliers dort bieten Künstlern Platz. Das Standesamt bietet Trauungen im Fürstenzimmer des Kommandantenhauses an. Der Gotische Saal, Räume der Italienischen Höfe und der Alten Kaserne können als Veranstaltungsorte gemietet werden.</p>
<p>Egal ob man zur East Side Gallery und dem The Wall Museum im Osten will oder nach Spandau im Westen, die S3 ist eine großartige Möglichkeit Berlin zu erkunden.</p>
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		<title>Die Berliner Luft</title>
		<link>https://thewallmuseum.com/die-berliner-luft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuel Gerlach]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2020 22:58:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, ja, ja, das ist die Berliner Luft, Luft, Luft so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft wo nur selten was verpufft, pufft, pufft in dem Duft, Duft, Duft dieser Luft, Luft, Luft Das macht die Berliner Luft! Das Lied Berliner Luft gilt als die inoffizielle Hymne Berlins, vor 40 Jahren war es in Ost [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-full wp-image-683 aligncenter" src="https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/01/berliner-fernseherturm.jpg" alt="" width="1000" height="667" srcset="https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/01/berliner-fernseherturm.jpg 1000w, https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/01/berliner-fernseherturm-300x200.jpg 300w, https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2020/01/berliner-fernseherturm-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" />Ja, ja, ja, das ist die Berliner Luft, Luft, Luft<br />
so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft<br />
wo nur selten was verpufft, pufft, pufft<br />
in dem Duft, Duft, Duft<br />
dieser Luft, Luft, Luft<br />
Das macht die Berliner Luft!</p>
<p>Das Lied <em>Berliner Luft</em> gilt als die inoffizielle Hymne Berlins, vor 40 Jahren war es in Ost und West noch weitaus populärer als heute. Doch damals, zu Zeiten der DDR, war das, was in der Berliner Luft verpuffte, alles andere als ein angenehmer Duft. Und von selten konnte erst recht keine Rede sein.</p>
<p>In der Theorie war in der DDR der Umweltschutz ein Staatsziel. Der Artikel 15 Absatz 2 der DDR-Verfassung von 1974, schrieb vor: &#8220;Im Interesse des Wohlergehens der Bürger sorgen Staat und Gesellschaft für den Schutz der Natur. Die Reinhaltung der Gewässer und der Luft sowie der Pflanzen- und Tierwelt und der landschaftlichen Schönheiten der Heimat sind durch die zuständigen Organe zu gewährleisten und sind darüber hinaus auch Sache jedes Bürgers.&#8221; Doch die Realität war weit davon entfernt.</p>
<p>Verglichen mit den 70er und 80er Jahren ist Berlin heutzutage nahezu ein Luftkurort. Bis 1989 waren die Schadstoffwerte in der DDR Geheime Verschlusssache. Smog gab es offiziell nicht, erst in den letzten Monaten der DDR wurde an einer Smogverordnung gearbeitet. „Industrienebel“ sagte die DDR-Obrigkeit zu den durch die Städte wabernden gelblichen Dreckwolken. Im Rekordwinter 1985 wurden in der DDR in manchen Städten Fackeln an die Straßenränder gestellt, damit die Passanten den Weg fanden. Tagsüber! Die Verbrennungsrückstände der Fackeln verschlechterten die Lage noch. Im Ruhrgebiet wurden in diesem Winter Industrieanlagen zeitweise stillgelegt. Die Schadstoffkonzentration im Mitteldeutschen Kohlerevier war, nach den heute bekannten Messwerten, rund fünf Mal so hoch wie die im Ruhrgebiet gewesen – doch im Osten blieb der Smogalarm aus.</p>
<p>So auch im Ostteil Berlins, wo der höchste Stundenwert für Schwefeldioxid am 21. Januar 1985 bei 1000 Mikrogramm lag. Zwei Wochen vorher, am 7. Januar, hatte er sogar die Marke von 1500 Mikrogramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter Luft erreicht. Die Schmutzfracht wehte natürlich auch in die Westbezirke der Mauerstadt, wo in diesen Jahren immer wieder Smogwarnungen ausgegeben wurden. In Leipzig blieb die Anzeige des Messgeräts am 20. Januar für anderthalb Stunden am oberen Anschlag hängen, sie reichte nur bis 4999 Mikrogramm.</p>
<p>Im Jahr zuvor veröffentlichten alle DDR Medien eine Meldung, in der eingeräumt wurde, dass die Wälder durch &#8220;Rauchschäden&#8221; gefährdet seien. Doch über das Ausmaß des Waldsterbens erfuhr man nichts. Statt dessen bemühte sich die Staatspartei SED um Schadensbegrenzung ganz anderer Art: In einer &#8220;Anleitung der Agitatoren zu Fragen des Umweltschutzes&#8221; führten sie die zunehmende Umweltdiskussion auf &#8220;ideologische Angriffe&#8221; des &#8220;Klassenfeindes&#8221; zurück, dem es lediglich darum gehe, von eigenen Problemen abzulenken und mit dem &#8220;Gerede um den ‚sauren Regen‘&#8221; oder der &#8220;Behauptung, dass Braunkohle besonders schwefelhaltig ist&#8221;, die Wirtschafts- und Sozialpolitik der DDR-Führung zu &#8220;diskreditieren.</p>
<p>Die staatliche Planwirtschaft der DDR setzte bei der Energieversorgung auf Braunkohle, denn diese ließ sich auf dem Gebiet der DDR fördern und musste nicht importiert werden. So sparte man die knappen Devisen.</p>
<p>Bis 1990 sollte die Braunkohleförderung sogar noch auf bis zu 335 Millionen Tonnen gesteigert werden. Gemessen an ihrer Schwefelemissionsdichte lag die DDR mit 46,2 Tonnen pro Quadratkilometer im Jahr (Bundesrepublik vierzehn Tonnen) schon lange weit an der Spitze aller europäischen Länder. Von sechzig Millionen Tonnen Schwefeldioxid, die in Europa jährlich in die Luft geblasen wurden, kamen 5,1 Millionen aus der DDR und 3,8 Millionen aus bundesdeutschen Schloten.<br />
Auch im Sommer war die Belastung hoch. An der Mühlenstraße, die am The Wall Museum vorbeiführt, pusteten täglich tausende Zweitaktmotoren ihren Dreck ungefiltert in die Luft. Die Hinterlandmauer, die heutige Eastside Gallery, behinderte den Luftaustausch. Doch auch so zog genug Dreck über die Spree nach Kreuzberg. Der Zweitaktmotor des Trabant 601 stieß rund 30 mal so viele Kohlenwasserstoffe aus wie ein vergleichbarer Viertaktmotor.</p>
<p>Neben der Industrie und dem Verkehr war der Hausbrand die Hauptursache für die enorme Belastung der Atemluft in der DDR. Ein großer Teil der Ostberliner Wohnungen wurde mit Braunkohle beheizt.</p>
<p>Der Umweltschutz spielte für die SED keine Rolle. Es fehlte nicht an Daten, in den 80er Jahren gab es in der DDR eine flächendeckende Überwachung der Luftqualität und die Daten wurden in Echtzeit ausgewertet.</p>
<p>Da die Verschmutzung, im wahrsten Sinn des Wortes, zum Himmel stank waren die Vertuschungen sinnlos. Im Schutz der evangelischen Kirche entwickelte sich eine Umweltbewegung, die später mit zum Umsturz des Systems führen sollte. Ein Beispiel war die Umweltbibliothek, die 1986 in Räumen der Zionskirche in Ost-Berlin gegründet wurde. Im November 1987 führte das MfS eine Razzia in der Umweltbibliothek durch und verhaftete mehrere Menschen. Sie wurden schnell wieder freigelassen, da man negative Meldungen im Westfernsehen fürchtete.</p>
<p>Gelegentlich sickerten Daten durch, Beunruhigung löste 1982 eine Untersuchung im DDR-Zentralblatt für Pharmakologie unter dem Titel &#8220;Der Cadmiumgehalt der Nahrungsmittel in der DDR&#8221; aus. Darin wurde &#8220;aus Sicherheitsgründen&#8221; empfohlen, im Kreis Freiberg produziertes Getreide mit Getreide aus anderen Anbaugebieten zu verschneiden, &#8220;um so die Cd-Belastung für den Menschen so niedrig als möglich zu halten&#8221;.</p>
<p>Kurz darauf wurde das Heft von den DDR-Behörden eingezogen und neu herausgegeben – diesmal ohne den Cadmium-Artikel. Das Ministerium für Staatssicherheit hatte damit das Problem für die DDR Führung gelöst.</p>
<p>Während in Westberlin, wie in der Bundesrepublik, 1984 für Neuwagen mit Benzinmotor der Katalysator eingeführt wurde, gab es keine derartigen Pläne in Ostberlin. Es fehlte nicht an Stimmen, die die Einführung in Westberlin daher als sinnlos bezeichneten. Die fünfjährige Übergangszeit fiel aber zufällig auf den Mauerfall. Und so hatten fast alle Neuwagen mit Benzinmotor im wiedervereinigten Deutschland Katalysatoren.</p>
<h2>Die Berliner Luft nach dem Mauerfall</h2>
<p>80 Prozent der DDR-Kraftwerke wurden nach dem Mauerfall stillgelegt und die übrigen so modernisiert, dass die Luftverschmutzung auf ein ähnlich niedriges Niveau wie im Westen sank. Moderne Rauchgasentschwefelungsanlagen haben die Belastung mit Schwefeldioxid und Staub kräftig nach unten gedrückt. Im Jahresdurchschnitt liegen die Schwefeldioxid-Konzentrationen heute deutschlandweit unter fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft; der zulässige Stundenmittelwert von 350 Mikrogramm wurde seit der Festlegung noch nie überschritten.</p>
<p>Von der weltweit höchsten gemessenen Belastung mit Schwefeldioxid in den 1980er-Jahren ist der Osten Deutschlands im Rekordtempo zu guten Werten heruntergekommen. Der Schwefeldioxidwert beträgt heute nicht einmal mehr 1 % des durchschnittlichen DDR Werts. Mittlerweile gibt es in Deutschland keine Überschreitungen der europaweit geltenden Grenzwerte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei mehr. Seit 1990 ist z.B. die Bleiemission in Deutschland um über 90 Prozent gesunken. Durch verbleites Benzin war der Wert bis dahin auch in der alten Bundesrepublik hoch.</p>
<p>Die Stickstoffdioxidwerte in Berlin liegen noch über den heutigen europäischen Grenzwerten, doch diese liegen weit unter denen der Zeit vor 1989. Beim Feinstaub (PM2,5) wird der seit 2020 gültige Richtgrenzwert von 20 µg/m³ im Jahresmittel derzeit eingehalten. Beim (PM10) wird der Wert gelegentlich überschritten. Da die von modernen Dieselmotoren ausgestoßene Luft sauberer ist als die eingesaugte, wird der Verkehr eine immer geringere Rolle beim Feinstaub spielen. 2019 stammte, laut Berliner Senat, nur 1/3 des in Berlin gemessenen Feinstaubs aus der Stadt. Und nur 26% kommen vom Verkehr.</p>
<p>Bundesweit fahren noch 36.000 Trabbis, da die Ostalgie zu steigendem Interesse führt nimmt die Zahl sogar noch zu, obwohl die Produktion 1990 eingestellt wurde. Restaurierte Wagen sind begehrt. 2018/19 stieg die Zahl der für den Straßenverkehr angemeldeten „Rennpappen“ um hunderte Fahrzeuge. Doch heute gibt es für den Trabbi Katalysatoren, die die Umweltbelastung reduzieren.</p>
<p>1,21 Millionen Pkw waren 2019 in Berlin zugelassen. Die Zahl stieg, da auch die Bevölkerungszahl zugenommen hat. Im Vergleich zu anderen Großstädten hat Berlin mit rund 340 Pkw pro 1000 Einwohner aber weiterhin einen bemerkenswert niedrigen Motorisierungsgrad.</p>
<p>Doch es gibt noch einiges zu tun. Freizeitkapitäne, Fahrgastschiffe und Frachtschiffe dürfen noch immer über die Spree tuckern, egal, wie sehr der Auspuff qualmt. Trotzdem ist der Mercedes Benz Hafen an der Eastside Gallery im Sommer eine gute Anlaufstelle für Touristen und der Uferweg ist eine schöne Alternative auf dem Weg zum The Wall Museum. Der Wind über der Spree sorgt für eine angenehm frische und saubere Luft.</p>
<p>Und wie steht es beim aktuellen Thema CO2? Die Berliner*innen produzieren 2020 pro Kopf deutlich weniger Emissionen als der Bundesdurchschnittsmensch. 4,9 Tonnen statt 9. Besonders die Veränderungen beim Hausbrand haben die Emission von CO2 aus fossilen Energieträgern verringert. Nach dem Mauerfall 1989 ist der Berliner CO2 Ausstoß bis 2010 stark gesunken. Durch die steigende Bevölkerungszahl und die wirtschaftliche Entwicklung stagniert der Berliner CO2 Ausstoß seit 2011.</p>
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		<title>Weihnachten in der DDR</title>
		<link>https://thewallmuseum.com/weihnachten-in-der-ddr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuel Gerlach]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Dec 2019 15:07:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Für die Staatsführung der Deutschen Demokratischen Republik war Weihnachten im real existierenden Sozialismus ein Problem, die christlichen Feiertage passten nicht so Recht in ihre Ideologie einer atheistischen Welt. Bis in die 80er Jahre versuchten es die für die Propaganda verantwortlichen mit Umdeutungen. Das Fest am Jahresende sei ein „Fest der Friedens“. Oft wurde in den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-full wp-image-665 aligncenter" src="https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2019/12/tanne-im-schnee.jpg" alt="" width="750" height="1000" srcset="https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2019/12/tanne-im-schnee.jpg 750w, https://thewallmuseum.com/wp-content/uploads/2019/12/tanne-im-schnee-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 750px) 100vw, 750px" />Für die Staatsführung der Deutschen Demokratischen Republik war Weihnachten im real existierenden Sozialismus ein Problem, die christlichen Feiertage passten nicht so Recht in ihre Ideologie einer atheistischen Welt.<br />
Bis in die 80er Jahre versuchten es die für die Propaganda verantwortlichen mit Umdeutungen. Das Fest am Jahresende sei ein „Fest der Friedens“. Oft wurde in den Zeitungen einfach nur kurz „das Fest“ geschrieben. Das Weihnachtsgeld wurde in Jahresendprämie umbenannt.</p>
<p>1958 wurde ein Propagandawerk veröffentlich das unter dem Titel „Friede schafft der Mensch allein“. Es enthielt Material für Schulen, Betriebe, Pionier- und FDJ-Gruppen für die ideologische Aufrüstung in der Weihnachtszeit.<br />
Adventskalender durften bis Anfang der 70er Jahre nicht so genannt werden. Auf Rechnungen und Bestellungen erschien stattdessen der Begriff &#8220;vorweihnachtliche Kalender&#8221;. Christliche Motive durften bis 1973 gar nicht darauf gedruckt werden. Dann erhielt erstmals ein Verlag in der Lausitz die Erlaubnis, das Christkind und die Heiligen Drei Könige darzustellen. Es gab aber auch sozialistische Varianten, wie z.B. einen Adventskalender auf dem Junge Pioniere mit Halstuch und Mütze zu sehen waren. Verbreitete Motive waren außerdem Weihnachtsmärkte oder Winterszenen mit Kindern. Doch sie setzten sich nicht durch, das beliebteste Motiv war eine spätbarocke Kirche aus dem Erzgebirge.</p>
<p>Aus der Sowjetunion übernahm man „ Väterchen Frost“ der zu einem sozialistischen Rivalen des Weihnachtsmann werden sollte. Doch die Menschen nahmen ihn nur als Zusatz zum Weihnachtsmann an.</p>
<p>Man versuchte es immer wieder, doch es half nichts. 1982 erklärte das SED-Politbüromitglied Kurt Hager im Gespräch mit linientreuen westdeutschen DKP-Genossen: „Weihnachten haben wir längst verloren.“<br />
Es gab dabei auch starke interne Opposition. Laut BND hat im Jahr 1979 ein Stasi-Überläufer den Geheimdienstleuten berichtet, dass die Stasi selbst „mäßigend Einfluss“ auf die DDR Führung ausgeübt. habe. Man hatte dem Volk aufs Maul geschaut und fürchtete negative Reaktionen.</p>
<p>Für die sozialistischen Planwirtschaftler ergaben sich neben der Ideologischen Frage aber auch ganz praktische Probleme.<br />
Der Dresdner Christstollen war auch im Arbeiter- und Bauernstaat ein Renner. Doch einige Zutaten gab es einfach nicht im Inland. Mandeln, Korinthen und Orangeat mussten für knappe Westdevisen aus dem kapitalistischen Ausland importiert werden.</p>
<p>Für den DDR Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkovski war das eine unhaltbare Situation. Er empfahl allen Ernstes den Kollegen im Politbüro ein sogenanntes „Stollenschenkverbot“. Die simple Logik: Gibt es keine Stollen brauchen wir auch keine Devisen für Material ausgeben.<br />
Doch seinen Kollegen war das zu heikel, so wurde die hirnrissige Idee, wie viele andere, zu den Akten gelegt.</p>
<p>Der ehemalige Reichsbahnbunker in der Friedrichstraße diente nach 45 zunächst als Textillager, ab 1957 war er der zentrale Lagerraum der DDR für Trocken- und Südfrüchte aus Kuba. Betrieben vom „Volkseigenen Betrieb Obst Gemüse Speisekartoffeln“ wurde das Gebäude im Volksmund schnell der „Bananenbunker“. In der Weihnachtszeit landeten dort auch die von Schalck-Golodkovski so verabscheuten Westimporte. So wurde er in dieser Jahreszeit zum „Weihnachtsbunker&#8221;</p>
<p>Trotzdem waren die Grundstoffe knapp. Besonders für die die zu Hause einen eigenen Stollen backen wollten. Anfang Herbst fingen viele Familien an, Zutaten für den Stollen zu sammeln. Doch bestimmte Zutaten gab es einfach nicht in den Geschäften. Selbst viele Großbäckereien standen vor kaum lösbaren Problemen. Albrecht Großmann, damals Produktionsleiter im Backwarenkombinat Döbeln, erinnert sich: „Sultaninen waren knapp, Mandeln waren knapp, Zitronat und Orangeat gab es überhaupt nicht, so sind wir auf die Rohstoffe ausgewichen, die zur Verfügung standen.&#8221; Als Zitronat-Ersatz wurden z.B. grüne Tomaten kandiert und als Orangeat-Imitat Möhren.</p>
<p>Wer Glück hatte konnte auf liebende Verwandte im Westen bauen. November/Dezember nahm die Zahl der Pakete mit der Aufschrift &#8220;Geschenksendung! Keine Handelsware!“ enorm zu. Neben Kaffee, Zigaretten und Damenstrümpfen waren es vor allem Zutaten für den Stollen die die Pakete füllten Die Geschenke wurden meist mit einem Rückpaket belohnt. Darin enthalten waren oft ein Stollen oder weihnachtliche Schnitz- oder Drechselkunst aus dem Erzgebirge.<br />
Für die Wirtschaftsplaner der DDR waren die Westpakete eine feste Größe im Versorgungsplan.. Und für die Bürger eine willkommene Ergänzung auf dem Gabentisch.</p>
<p>Da man das Christkind und den Weihnachtsmann nicht schlagen konnte fing man an eigene Aspekte einzubringen. Wohl niemand kann etwas gegen Frieden einwenden. Doch hatte der Pazifismus der DDR Oberen immer einen Nebengeschmack. Die NVA wurde auch in der Weihnachtszeit als unverzichtbarer Bestandteil des Staates dargestellt. Und auch wenn Kriegsspielzeug offiziell nicht existierte fand sich unter so manchem Weihnachtsbaum ein Kabelgesteuerter Kampfpanzer, begleitet von Spielzeugsoldaten.</p>
<p>&#8220;Guten Abend, schön Abend, es weihnachtet schon …&#8221; war eines der beliebtesten Weihnachtslieder, das in der DDR weit verbreitet war. Das Ehepaar Hans und Ilse Naumilkat hat den Text in den 50er Jahren geschrieben und es wurde verbreitet, dass die Melodie von einem lustigen Volkslied aus der Eifel stamme.<br />
Tatsächlich aber stammte die Melodie von einem Lied aus Österreich , ein Lied mit ausgesprochen christlichem Inhalt. : &#8220;Gegrüßt seist Maria, jungfräuliche Zier, Du bist voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir.</p>
<p>Andere Änderungen beim Liedgut fanden im Westen durchaus Zustimmung. . In Hoffmann von Fallerslebens Lied &#8220;Morgen kommt der Weihnachtsmann&#8221; heißt es im Original: &#8220;Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn‘ und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer möchte‘ ich gerne haben!“ Hans Sandig, Leiter des Rundfunkkinderchors Leipzig, schrieb diesen Text in eine zeitgemäßere, friedliche, Version um: &#8220;Wiege, Puppe, ei der Daus, Zuckerzeug und Knusperhaus, ja ein ganzes Puppenhaus möcht‘ ich gerne haben!&#8221;</p>
<p>Ein Klassiker in der Erinnerung an die DDR ist die „geflügelte Jahresendfigur“ die angeblich ein offizieller Begriff in der DDR für Engelgewesen sei. Im Westen war (und ist) dieser Begriff immer für einen Lacher gut.</p>
<p>Der Haken ist nur, niemand kann sicher belegen woher er stammt. Es gibt keinen Beleg für eine staatliche Verwendung des doch sehr krampfhaft wirkenden atheistischen Begriffs.</p>
<p>Oft wird die Prägung der einzigen offiziellen satirischen Zeitschrift der DDR „Eulenspiegel“ zugeschrieben. Doch der Eulenspiegel Autor Ernst Röhl schrieb er habe den Begriff tatsächlich an einem Verkaufsstand gesehen. So findet er sich in dessen Buch „Wörtliche Betäubung“ von 1986, in dem er bürokratische Auswüchse der DDR-Sprache aufs Korn genommen hat.</p>
<p>Der Historiker Bodo Mrozek nahm es in sein „Lexikon der bedrohten Wörter“ auf, im Artikel schreibt er die genaue Herkunft lasse sich aber bis heute nicht belegen.</p>
<p>Während der Christstollen kaum in ausreichender Zahl verfügbar war gab es wie in vielen DDR Bereichen einen munteren Tauschhandel mit noch seltenerer weihnachtlicher „Bückware“. (Bückwaren waren Artkel die nicht im Regal standen, sie wurden unter dem Tresen für spezielle Kunden aufbewahrt)</p>
<p>So waren Seiffener Räuchermännchen im Winter durchaus eine von vielen Parallelwährungen. Ob Trabi Reifen oder Obst, im Tauschhandel waren die Produkte der kleinen Betriebe höchst begehrt.</p>
<p>Nussknacker und Räuchermännchen waren knapp weil sie ausgezeichnete Devisenbringer waren. Der größte Teil der Produktion der kleinen Betriebe ging in das kapitalistische Ausland.</p>
<p>Doch selbst gutgewachsene Weihnachtsbäume waren knapp. Es gab fast nur Kiefern. Die guten Tannen landeten im Westen.</p>
<p>Viele Bäume aus dem Erzgebirge waren klein und hässlich. Doch da der laufende Meter nur zwei Mark kostete, wurden oft gleich zwei Bäume gekauft. Kunstvoll wurden die guten Zweige des einen Baums abgesägt und mit Hilfe des DDR Klebstoffs &#8220;Duosan Rapid&#8221; in kleine Löcher im Stamm des anderen geklebt.<br />
Behängt wurde der so schön gemachte Baum mit bunten Kugeln, die man über die Jahre gesammelt hatte, und mit Lametta. Doch selbst das Zinnlametta war Mangelware. So wurde es meist nach den Festtagen vorsichtig vom Baum genommen und verwahrt.</p>
<p>Doch auch Westfamilien machten dies um Geld zu sparen. In meiner Tempelhofer Familie war diese Vorform des Recycling völlig normal.</p>
<p>Es mag seltsam scheinen, doch die Ostberliner Weihnachtsmärkte hatten für die Westberliner Besucher in den 70er Jahren einen besonderen Reiz. Doch für eine mehrköpfige Familie war ein Besuch dort in den 80er Jahren Luxus. Der 1980 erhöhte Zwangsumtausch von 25 Mark je erwachsenem Besucher, 7,50 Mark für sechs- bis fünfzehnjährige Kinder war ein hohes Eintrittsgeld für den sonst eintrittsfreien Weihnachtsmarkt.</p>
<p>Aber Wildschweinbraten, Glühwein, Alt-Berliner Bierbowle und rumänischer Slibowitz waren auf dem Markt am Alex sehr billig. So mancher Westberliner erreichte den Grenzübergang bei der Rückkehr stark alkoholisiert und manche verpassten die Ausreisezeit. Auch die Fahrgeschäfte waren ähnlich billig. Es ist verständlich, dass für die DDR Bürger die vielen Wohlstandsbürger aus dem Westen auf dem Markt keine reine Freude waren. Denn auf dem Markt gab es knappe Waren die dann oft von den Wessis wegegekauft wurden</p>
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